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15.03.2026 | Existiert ein Zusammenhang zwischen Menstruationszyklus und Sportverletzungen?

Eine aktuelle Beobachtungsstudie beschäftigte sich mit dem Zusammenhang zwischen der Menstruation und dem Auftreten von Verletzungen bei Elite-Fußballerinnen (Ferrer et al. Menstruation and injury occurrence; a four season observational study in elite female football players. Front. Sports Act. Living. 2025; 7: 1665482).

Hintergrund
Hormonelle Schwankungen im Menstruationszyklus könnten die neuromuskuläre Kontrolle, die Gewebebelastbarkeit und die Regeneration beeinflussen. Ziel war es zu prüfen, ob während der Menstruation häufiger oder schwerere Verletzungen auftreten.

Methoden
In die Studie wurden über 4 Spielzeiten (2019-2023) 33 Spielerinnen der höchsten spanischen Frauenfußballliga eingeschlossen. Sie dokumentierten ihre Menstruation mittels digitalem Tracking. Verletzungen wurden prospektiv durch das medizinische Team erfasst und nach OSICS-10 (Orchard Sports Injury Classification System) klassifiziert. Die Verletzungsinzidenz wurde pro 1.000 Trainings- und Spielstunden berechnet.

Ergebnisse
Insgesamt traten 80 muskuloskelettale Verletzungen auf, davon 11 (13,7%) während der Menstruation. Die Gesamtinzidenz unterschied sich zwischen menstruierenden und nicht-menstruierenden Phasen nicht signifikant. Während der Menstruation auftretende Verletzungen führten jedoch zu signifikant längeren Ausfallzeiten und waren im Durchschnitt schwerwiegender.

Schlussfolgerung
Die Menstruation ist nicht mit einer erhöhten Verletzungshäufigkeit verbunden, jedoch möglicherweise mit einer erhöhten Verletzungsschwere. Die Ergebnisse sprechen für eine individuelle Berücksichtigung des Menstruationszyklus im leistungsorientierten Frauenfußball, insbesondere im Hinblick auf Belastungssteuerung, Prävention und Rehabilitation.

Bedeutung für die Praxis
Die Arbeitsgruppe schlussfolgerte, dass ein strukturiertes Menstruationstracking helfen könnte, Trainings- und Regenerationsmaßnahmen besser an physiologische Phasen zu adaptieren und potenziell längere Ausfallzeiten zu reduzieren. 
Diese Interpretation sowie das zugrundeliegende Wissen zu diesem Thema werden aber durchaus auch kritisch diskutiert (Elliot-Sale et al. Why we must stop assuming and estimating menstrual cycle phases in laboratory and field-based sport related research. Sports Med. 2025; 55: 1339-1351).

Prof. Dr. med. Christoph Dorn

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